Der neugierige Nelson: Hallo ihr lieben eifrigen Leser unseres Internet-Blogs. Toll, dass ihr wieder dabei seid. Heute widmen wir uns einer interessanten Frage: Sollte man den armen Leuten lieber zwei Tonnen Fisch auf die Veranda schütten oder sollte man ihnen lieber helfen, gute Angler zu werden? Naja, ich gebe zu, dass diese Frage nicht direkt unsere Frage ist. Wir fragen uns heute aber etwas Ähnliches: Wäre es besser, dass Geld unserer Spender aus Deutschland einfach für Reis oder Wasserfilter etc. auszugeben, anstatt ein Haus anzumieten, indem wir Leute erst mühsam trainieren und motivieren müssen, der Welt um sie herum zu helfen?

Ehrlich gesagt ist mir die Frage auch selbst ein bisschen zu schwer. Was sagt denn das Team vom Haus des Segens dazu?

Team: Wow, Nelson. Das ist eine wirklich gute Frage. Danke, dass du sie aufgebracht hast. Du kannst nicht nur gut Münzen verteilen (Beitrag 2), sondern auch noch gute Fragen stellen.

Nun, wahrscheinlich stimmt es, dass man im ersten Jahr (und vielleicht sogar noch im zweiten) Jahr mehr praktische Hilfe an Menschen abgeben könnte, wenn man sein Geld einfach in materielle Güter investiert, die man an Menschen in Not abgibt. Es wäre anfangs vielleicht „effektiver“  als der Weg, Menschen vor Ort dafür zu gewinnen, sich für ihre Mitmenschen einzusetzen.

Jedoch stehen diese Abgaben dann als beziehungslose Waren zwischen uns und den Menschen in Not im Raum.

Für uns ist der Prozess der Befähigung von Menschen aber genauso wichtig, wie die Hilfe an sich. Schau dir Jesus an. ER hat seinen Jüngern einfach was zugetraut und sie zum ersten Mal ausgesandt, selbst als sie charakterlich noch lange nicht fertig waren. Das hat ihnen gut getan. Das hat ihnen Mut gemacht.

Unser Auftrag lautet von daher vielmehr so, dass wir Menschen zeigen wollen, wie Gott sie gemacht hat. ER hat ihnen Wert gegeben. ER nennt sie Seine Kinder und somit auch Botschafter der Versöhnung. Wenn jeder Seine Rolle als Botschafter erkennt, übertrifft das schon nach kurzer zeit bei weitem die Reichweite, an die wir gebunden wären, wenn wir Spenden aus Deutschland lediglich in Sachgaben ummünzen würden. Das enthielte unseren einheimischen Freunden vor, zu erkennen, dass Gott sie selbst zum Weitergeben berufen hat. Stattdessen gibt ihnen eine Begleitung die Möglichkeit, ihre Identität als Botschafter der Versöhnung zu erkennen. Mehr noch: Es kann ihr Lebensstil werden. Das geht dann weit über ein Projekt hinaus. Wenn der Student Paul z.B. erleben durfte, wie seine Idee Männern beim Aufbau eines kleinen Handwerksbetriebes zu helfen, wertgeschätzt wird, dann wird ihn dieses Erlebnis für immer prägen. Es wird ihn auch begleiten, wenn er in seinem Beruf ist und es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass er auch unabhängig vom Haus des Segens weiterhin ein Segen sein wird.

Und ist das nicht das, was wir wollen? Menschen fördern und freisetzen. Hilfe in Beziehung setzen. Denn nur so kann Hilfe auch am besten in Liebe ausgeübt werden.

Im Übrigen sind wir uns beim Haus des Segens sicher. Ja, die monatliche Miete für so einen Ort ist nicht ohne und dennoch: Nach einer Zeit wird durch die Mobilisierung einer Jugendbewegung mehr Menschen geholfen worden sein, als wenn wir versucht hätten, den gleichen Geldbetrag direkt in Materialen zu investieren. Parallel dazu wurden unzählige Menschen begleitet, näher zu Jesus geführt und mobilisiert.

Für diese Mobilisierung brauchen wir einen Rahmen. Und dieser Rahmen ist unser Haus des Segens. Mit Gottes Hilfe geben wir unser bestes, diesen Rahmen zu füllen. Die vielen kostbaren Menschen hier sind diese finanzielle Investition wert. Denn wir investieren uns in erster Linie in ihr Leben. Und sich in Menschen zu investieren ist ganz der Charakter der AM.

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